NASSREINIGUNG

Zur Mitte der 70er Jahre gab es die LencoClean Methode: 40% Äthanol wurde auf die Schallplatte aufgetragen, die Nadel glitt auf einem hauchdünnen Film, die Platte wurde gekühlt, elektrisch entladen.
Tatsächlich wirken die dämpfenden Kräfte der Flüssigkeit der schnellen Nadelbewegung entgegen, was den Verschleiss bei hohen Frequenzen vergrössert und womit erklärt wird, dass wieder trocken gespielte LPs einen so verursachten Schaden hörbar aufzeigen: sie kreischen.
Im Wesentlichen aber sind die Vorteile des Nassabspielens klar: deutlich weniger Knistergeräusche beim Spielen und gleichzeitig ruhiger, sauberer und runder. Auch die Nadel hält länger, denn beim Diamant bringt man Hitze mit Verschleiss unmittelbar in Verbindung.

Spielt man diese LPs wieder trocken ab, klingen sie schlimmer denn je: Knistergeräusche, schlimmer als bei ungepflegten LPs, weil der lose Staub nach Verdunsten des Alkohols festklebt.
Dagegen hilft nur eine Nassreinigung mit anschliessender Absaugung der Feuchtigkeit.

Als Reinigungsmittel bewährt sich eine Mischung aus demineralisiertem Wasser, Alkohol und einer geringsten Menge wasserentspannenden Mittels aus dem Laborbedarf (Fotolabor), welches zu keiner Schaumbildung neigen sollte. Notfalls hilft Spülmittel, ein bis 5 Tropfen auf 5 l Gemisch. Das Gemisch Wasser / Alkohol wird in seiner Konsistenz 4:1 bis 1:1 eingesetzt. 20% Alkohol verdunstet bei weitem nicht so schnell wie 50%. Der Trick ist nicht das Verdunsten, sondern das Ablösen von Schmutz (dafür ein Tensid zusetzen) und die Entfernung des Schmutzes mit der Flüssigkeit aus der Rille durch Absaugen (VPI, KeithMonks Reinigungsmaschinen)
Als Alkohol kann man das teure Äthanol einsetzen, aber auch das wesentlich billigere Isopropanol (=Isopropylalkohol).

Nach der Reinigung macht die LP deutlich weniger Knistergeräusche beim Spielen und klingt gleichzeitig ruhiger, sauberer und räumlicher. Feine Information kommt mit mehr Detail rüber.

Die "Knosti" Reinigungsmaschine ist um 40 euro das preiswerteste Gerät, die Flüssigkeit kann man nach 20 Platten durch Teefilter gießen und als Vorreinigungsflüssigkeit nochmal benutzen, wenn die Kosten zu hoch kommen.
Der letzte Reinigungsschritt ist mit einem Microfaserreinigungstuch die Oberfläche der Platte trockenzuwischen, die mechanische Reinigung der Fasern kommt hinzu. Das Tuch muß dann regelmäßig gewaschen werden (ohne Weichspüler).

Bei uns arbeitet eine KMAL (Keith Monks Audio Live) Reinigungs- oder Plattenwaschmaschine, die nach Einweichen die Flüssigkeit mitsamt dem Schmutz abaugt.
Diese Plattenwaschmaschine benötigt gut 2 Minuten zum Absugen einer Plattenseite und so kann man bei rationeller Arbeit etwa 13 Schallplatten pro Stunde reinigen. Gegen eine Leihgebühr stellen wir die Maschine zur Verfügung, damit man die stärker verschmutzten Platten individuell und mehrfach vornehmen kann..

Mehr Info hier:

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38106 Braunschweig
Tel.: 0531 / 342155
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