Lautsprecheraufstellung
für drei-dimensionale
Klangbilder

Auf den richtigen Standpunkt kommt es an! Jeder Lautsprecher, der Musik reproduziert, erzeugt Schwingungen mit Nebenwirkungen: Das Gehäuse überträgt klangverfärbende Vibrationen auf den Untergrund zum einen. Zum anderen leidet die Brillanz hörbar, weil der Rückstoß des Tieftöners auf das Gehäuse wirkt, an dem der Hochtöner befestigt ist. Wählen Sie Spikes für festen Stand der Lautsprecherbox; mit der Spitze nach unten, vor allem bei Teppichboden. Kleben Sie auf die Bodenplatte der Box zwei Spikes hinten und einen vorn in die Mitte. Bei vier Spikes muß der vierte so justiert werden, das sich fester Stand ohne Kippeln ergibt. Eine streng senkrechte Ausrichtung der Boxen bringt bessere Fokussierung (gemeint ist die Achse zwischen Hochtöner und Tieftöner)!
 
 
 

Die richtige Lautsprecherplatzierung eröffnet neue Dimensionen des räumlichen Hörens. Für eine gute Breitenstaffelung des Klanggeschehens spielt sowohl die Gleichartigkeit der Lautsprecher als auch der Abstand zur Seitenwand eine große Rolle. Ist der Seitenwandabstand geringer als 0,80m, wird der seitlich abgestrahlte Anteil zu stark an der Wand reflektiert und erreicht den Hörer zu kurz nach dem Direktschall des Lautsprechers. Das Gehör ordnet ihn dem Musiksignal zu, zeitlich deutlich verzögerten Anteile degegen dem Raumhall. Lautsprecher und Reflektion bilden gemeinsam eine Phantomschallquelle, die zwischen dem LS und der Wand vorgerückt geortet wird. Der von der Wand reflektierte Schall muß also entweder deutlich verzögert werden oder zumindest abgeschwächt. sonst wird ein virtuelles Bild vor den Lautsprechern lokalisiert, das der Position des Originals widerspricht: Eine geringe seitliche Bewegung des Kopfes, schon nähern wir uns der einen Wand und entfernen uns von der anderen, schon ändern sich gleichzeitig soviele Reflexionen, daß ein Instrument oder eine Stimme nicht mehr an dem Ort  lokalisiert werden kann, wo es/sie eben noch stand. Eine Solostimme springt dann, die Abbildung wird diffus und ungenau.
Kleine Kopfbewegungen werten eine Fülle von Zusatzinformationen aus, mit denen wir  besser lokalisieren können. Bewegt man den Kopf im Hörraum, bekommt man nicht nur die Lautsprecherinformation (erwünscht), sondern eine dazu widersprüchliche Verschiebung der reflektierten Schallanteile. Die Reflexionen bedeuten: Klangfarbenänderung durch sog. Kammfiltereffekte, Änderungen von Laufzeit und Intensität, andere Schalleinfallsrichtung. Das Klangbild wird nun diffus und ungenau, die räumliche Abbildung bricht zusammen: Instrumente springen aus dem Hintergrund nach vorn. Das Klangbild wird breit und flach. Ein Seitenabstand von ca.1 m bis1,30m oder mehr ist erforderlich für eine optimale räumliche Abbildung! Falls dies nicht möglich ist, hilft nur noch an der Reflektionsstelle diffus zerstäuben (Platten mit spezieller Reliefstruktur) oder dämpfen (z.B. Wandteppich, Bücherregal). Oder die Lautsprecher werden nach innen gedreht, auf den Hörer gerichtet, was zur Folge hat, daß der Klang an den Lautsprechern klebt. Zusammengefaßt: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind die Lautsprecher vor der langen Wand - mit größerem Seitenwandabstand - parallel aufzustellen.
Der Lautsprecher darf auch nach innen gedreht werden, wie die RXL technik von Chario zeigt. Dei Reflexionen der nächsten Wand werden vermieden, die auf der gegenüberliegenden Wand sind verspätet und werden vom Ohr zwar wahrgenommen, aber dem Raumhall zugeordnet.

Die dritte Dimensionen des räumlichen Hörens ist die Höhenstaffelung: von unten nach oben. Für eine gute Höhenstaffelung des Klanggeschehens ist die Betrachtung der Dämpfung am Boden sehr wichtig. Die abgestrahlte Schallwelle wird bei der Aufnahme zunächst geradeaus das Mikrofon erreichen, gleichzeitig am Boden reflektiert und erreicht das Mikro/den Hörer kurz nach dem Direktschall. Das Gehör nimmt den zuerst eintreffenden Schall wahr, wertet dann den nachfolgenden Schall aus und schließt aus der Verzögerung und der Klangfarbenänderung auf die Höhe des Originals. Der vom Boden des Aufnahmeraums reflektierte Schall ist in der Aufnahme mit enthalten, geht aber eventuell im Rauschen oder in Verzerrungen der Wiedergabe unter.
Da nur das Originalsignal die Originalhöheninformation mehrerer verschiedener Instrumente enthält, muß für eine gute Höhenstaffelung der Wiedergabe vor dem Lautsprecher am Boden die Reflexion des Lautsprechersignals abgeschwächt werden (ausgeprägt bei Parkett oder Fliesenboden). Mischte sich noch die Lautsprecherhöhe als Information hinzu, verfälscht das das von Aufnahme zu Aufnahme unterschiedliche Signal mit einer gleichbleibenden (von der Lautsprecherposition abhängigen) Information. Das Klangbild wird nun gleichbleibend, diffus und ungenau, die Höhenunterscheidung bricht zusammen.
Für eine optimale räumliche Abbildung muß der Lautsprecher in einer angemessenen Höhe plaziert (etwa Ohrhöhe) und die Reflektionsstelle (mit einem Spiegel leicht auszumachen) am Boden am besten mit einem Teppich gedämpft sein.

Mathematische / harmonische Aufstellung

Das folgende Konzept basiert auf einem Standard der AES (Audio Engineering Society).Jeder Raum hat Resonanzen, das Kunststück besteht nun darin, sie so abzustimmen, daß sich eine gleichmäßige Verteilung ergibt. Dabei spielen die Raumabmessungen eine wichtige Rolle, aber auch die Plazierung der Lautsprecher. Der mathematische Schlüssel ist der Goldene Schnitt (Fibonacci Reihe 5-8-13-21-34) oder das Verhältnis 0,6180339887 : 1 : 1,6180339887.

Der rechteckige Wohnraum hat drei fundamentale Raumresonanzen, zwei horizontale, längs und quer, und eine vertikale zwischen Decke und Boden. Bei einer Deckenhöhe von 2,50m ist die ideale Breite 4,05 m und die Länge 6,55m. Daraus ergibt sich eine besondes ausgewogene Resonanzverteilung. Nach einem gleichen Schema wird die Lautsprecherplazierung bestimmt: Ausgehend von 2,50m Deckenhöhe errechnen wir einen Abstand des Tieftöners zur Rückwand von 1,55m, bei einem Seitenwandabstand von 0,95m.
Hätte der Tieftöner zum Boden, zur Rück- und zur Seitenwand denselben Abstand, wäre eine Resonanzkatastrophe vorprogrammiert: Die kugelförmige Druckwelle wird dann gleichzeitig an den angrenzenden Wänden reflektiert und ein mordsmäßiger Bumsbaß wäre die Folge. Auch für den Sitzpatz des Hörers lassen sich diese Regeln anwenden: Abstand des Hörers zur Rückwand von 1,55m, bei einer Ohrhöhe von 0,95m. In dem beschriebenen Raum haben die Lautsprecher zueinander einen Abstand von 2,15m, der Hörer sitzt mit 3,45m Abstand davor. Das so gebildete Dreieck hat das Verhälnis 1 : 1,6180339887. Alles klar ?
Es empfiehlt sich, die Rückwand des Hörraums zu bedämpfen, die Lautsprecher auf Spikes zu stellen, eventuell kleine Boxen mit einem Sack Bleischrot  oder Nagelschrott zu beschweren. Nach den Berechnungen sollte ein Hörtest folgen, vielleicht ein Feinabstimmung mit Verschieben im cm-Bereich.
Eigentlich wäre da nichts hinzuzufügen, unsere Empfehlungen der Vergangenheit kamen aus der Hörpraxis - ohne Kenntnis der dazugehörigen mathematischen Grundlage- zu demselben Ergebnis. Der Seitenabstand sollte immer größer sein als 0,80m, damit die Seitenwandreflektion abgeschwächt und hinreichend zeitlich abgesetzt den Hörer erreicht. Sonst würde die räumliche Abbildung verschlechtert. Wenn der Raum vorgegeben ist und nicht diesen o.g. Prinzipien (Höhe : Breite : Länge) entspricht, empfehlen wir, die Lautsprecher vor die lange Wand zu stellen. Machen Sie bei der Lautsprecherplazierung den goldenen Schnitt !

Immer, wenn Zweifel bestehen, gibt es eine goldene Regel: Alternativen praktisch ausprobieren, anhören !
Alternativ kann man 1 : 1.14 : 1.39 oder 1 : 1.28 : 1.54 oder 1 : 1.60 : 2.33 rechnen.
http://www.cardas.com/content.php?area=insights&content_id=26&pagestring=Room+Setup Siehe Disclaimer
über den "Goldenen Schnitt" : http://www.goldennumber.net/geometry.htm
Es geht weiter bei Raum-akustischen Massnahmen
und wenn alles nichts hilft, TacT digitale Raumkorrektur
 
 

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