Wie schafft man einen guten Hörraum

Ausgehend von einem vorgegebenen Wohnraum ist es meist schwieriger als bei einer Neuplanung, die gewünschten Ziele zu erreichen.
Das sind die Ziele:

Der Raum soll ausgewogen klingen, weitestgehend immun gegenüber Außenlärm, selbst so beschaffen, daß Nachbarn nicht gestört werden.
DIe Stromversorgung der Geräte soll kraftvoll und störungsfrei erfolgen, damit die Geräte ihr bestes leisten können.
Lautsprecherplatzierung und Wahl des Sitzplatzes sollen den Klang unterstützen, nicht verhindern.

Der Raum und seine Lage. Wer einen Kellerraum übrig hat, oder von vornherein einplanen kann, löst viele Probleme (s.u.).

Der Raum und seine Wände. In Europa gibt es im Wesentlichen 2 Typen : Massivbauweise mit Beton oder Stein, Holzständerbauweise mit Holzgerüst und darauf befestigten Holzwänden, oft mit Gipskartonplatte für ein angenehmeres Wohnklima.
Diese Wandtypen unterscheiden sich in ihrer Masse, Festigkeit / Nachgiebigkeit und Absorption / Durchlässigkeit von Schall.
4 Steinwände mit großer Masse lassen wenig Schall nach außen dringen, ihre Festigkeit verhindert dieses. Die akustischen Lecks sind dann Türen und Fenster, zumindest auf eine Tür wird man nicht verzichten können. In Kelleräumen ist die Verdunklung sicher meist kein Problem, die meist kleineren Fenster und ihre geringeren Resonanzprobleme bieten Vorteile,  Ärger mit Schallausbreitung zu Nachbarn ist  leichter zu vermeiden, die Aussenwände sind durch Erdreich gut bedämpft, die harten Wände geraten zum Raumresonanzproblem. Der Raum benötigt Möbel, die an den richtigen Stellen aufgestellt werden und als Diffusoren und Absorber wirken. Bassfallen (auf Frequenz abgestimmte Resonatoren) in den Raumecken, zunächst hinter den Lautsprechern, dann auch hinter dem Sitzplatz.

Der Raum und sein Boden kann Zement- oder Asphaltestrich, Dielenboden /Parkett oder ein Trockenestrich sein, jeweils zur Trittschalldämmung in irgendeiner Form schwimmend verlegt oder mit dem Untergrund fest verbunden. Die resonanzärmste und schwerste Art ist sicherlich der Zement- oder Asphaltestrich im Verbund mit dem Untergrund, die Schallentkopplung an angrenzende Räume entsteht allerdings erst mit einer schwimmenden Verlegung auf Storoporplatten oder Perlite.Die hohe Masse ist eine gute Grundlage für die Lautsprecheraufstellung. Anders bei schwimmend verlegtem Parkett, dessen Gesamtmasse zu gering ist und ebenso die innere Festigkeit, Lautsprecher regen diesen Bereich sehr stark an und es folgen eine Menge von unschönen Nebeneffekten, die man mit viel Aufwand nicht vollständig in den Griff bekommt. Eine Fußbodenheizung ist sparsam, erhöt die Masse des Bodens, spart Heizkörper, die Schall übertragen und Resonanzen verursachen könnten. Da jeder Boden Schwingungen überträgt, sollte die komplette Elektronik an der Wand hängen, entkoppelt vom Boden.

Der Raum und seine Decke Eine angehängte Holzdecke ermöglicht eine Integration von Belüftung mit Schalldämmung, Lampen und Absorption von Schall, außerdem läßt sich damit die Proportionierung des Raum nachträglich verändern, damit auch die Verteilung der fundamentalen Raumresonanzen. Die abgehängte Decke kann mit einer Holztafelbauweise als Absorber Energie aufzehren, besser als eine schallharte Stahlbetondecke.

Der Raum und seine Dimensionen Der Raum mit seinen Abmessungen bestimmt die Verteilung der fundamentalen Raumresonanzen. Bewährt hat sich für eine gleichmäßige Verteilung der goldene Schnitt mit Verhältnissen 0,618 : 1 : 1,618. Auch die Lautsprecher können nach disem Schema aufgestellt werden.

Der Raum und seine Schallabsorption Steinwände bringen praktisch keine Absorption, deshalb müssen Raumakustikmaßnahmen her. Angefangen an den Ecken hinter den Lautsprechern und dem Hörer, Teppichboden statt Laminat/Parkett und Diffusoren an den entscheidenden Stellen auf den Seitenwänden, wo in Ohrhöhe der Lautsprecherschall reflektiert wird, damit ist das Minimum genannt. Weiterhin helfen Bücherregale mit etwas Wandabstand, Schränke, deren Hohlräume und Rückwände Schall absorbieren, Vorhänge, Polster auf Sofas und Sitzen, Bilder an den Wänden mit erhabenen Rahmen, die wandnah aufliegen, Vasen und Pflanzkübel, die den Schall diffus zerstäuben, Pflanzen, die als natürliches Hindernis dem Schall im Wege stehen. Ziel ist, eine gesunde Mischung zwischen Dämpfung (gerät im Hochtonbereich leicht zu stark, im Baß zu wenig) und Diffusion herzustellen, damit der Raum nicht zu lebendig und dennoch nicht tot wirkt.

Der Raum und seine  Resonanzen Holzwände haben eine geringere Festigkeit als Steinwände, ihre natürliche Art, mitzuschwingen entnimmt dem Raum Schallenergie und schafft ein angenehmeres Klangverhalten. Andererseits können Holzflächen auch Schnarren oder mit ihren Resonanzen den Klang verfärben, kritisch kann z.B. eine Tür mit ihren 2 Aufhängungspunkten sein, wenn sie nahe der Basslautsprecher mitschwingen kann, egal ob Zimmertür oder Schranktür. Auch großflächige Fenster hinter den Lautsprechern können den Klang deutlich verändern.

Der Raum und seine Beleuchtung Natürliches Licht ist sicherlich das angenehmste, für ein Heimkino bedeutet es die Verschlechterung des Kontrasts. Besondes bedacht werden sollte der Einfluß auf die Projektionsfläche, es haben sich in der Nähe der Leinwand reflexionsarme Stoffbespannungen bewährt, sie können gleichzeitig Bestandteil der akustischen Bedämpfung des Raums sein.

Der Raum und seine Stromversorgung Ohne Strom geht natürlich gar nichts, die Anlage sollte mit einer oder zwei eigens dafür angelegten Leitungen versorgt werden, die getrennt abgesichert werden. Wir empfehlen 2 Leitungen, Geräte mit Schaltnetzteilen wie Computer, DVD-Player, TV-Gerät, Videorecorder, Projektoren produzieren Störungen, die wir von CD-Player, Vorverstärker, Endstufen, anderen Analoggeräten fernhalten möchten. Für die Stromversorgung bieten sich mehradrige Leitungen an, die auch abgeschirmt verfügbar sind, beliebt sind auch die klassischen Schraubsicherungen, die den üblichen Durchgangsverlust von Sicherungsautomaten eben nicht haben.

Der Raum und seine Abschirmung gegenüber Störungen Mit den Eigenschaften der Geräte im Hochfrequenzbereich ist es so eine Sache. Manche strahlen Störungen ab, andere reagieren empfindlich darauf. Die Kabel sind wie Antennen, trotz Abschirmung werden Störsignale aufgenommen, die das nachfolgende Gerät dann verarbeiten können muß. Natürlich kann man Räume abschirmen, indem Kupferfolien die Wände flächig abdecken, spätestens bei den Fenstern stößt man auf praktikable Grenzen, Streckmetallgitter könnten hier die Lücke schließen. Im Keller ist der Störnebel geringer, hier kann man eher auf die HighEnd -gemäße Abschirmung verzichten. Preiswerte Lösung: Rack in Metallabschirmung, ebenso alle Leitungen in Metallleerrohren verlegen.

Der Raum und seine Schallabstrahlung nach Aussen Mit dem schwimmenden Estrich gibt es eine Möglichkeit, einen Raum innerhalb eines Raumes zu gestalten. Die Inneren Wände dürfen die äußeren Wände nicht berühren, dann kann innen ein hoher Schalldruck erzeugt werden und im Rest des Hauses hört man nichts davon. Genauso ist es natürlich in der Gegenrichtung, Lärm aus dem Rest des Hauses kommt nicht in den abgeschirmten Raum durch.
 
 

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