Vom MP3-Player mit Speicherchip bis zur Super-Audio-CD decken heute verschiedenste digitale Formate die unterschiedlichsten Qualitätsansprüche an die Wiedergabe von Musik ab. Edisons Tontrichter mit Wachswalze und Drehkurbel für Handbetrieb sind heute fernbedienbarem CD-Porti und knopfgrossen Ohrhörern gewichen. Bei zunehmender Tonqualität wurden die Geräte immer kompakter und komfortabler. Die vielen Baugruppen, die am Ergebnis beteiligt sind, werden entweder abgespeckt und in wenigen ICs zusammengefasst. Oder alternativ dazu baut man in bester Qualität mit separatem Netzteil die Funktionsgruppe als eigenständiges Gerät zur Aufwertung der bestehenden HiFi-Anlage. Will man das Medium CD total perfekt abspielen, so wird nach heutigem Stand der Technik dafür ein CD-Laufwerk benötigt, dazu eine Masterclock-Einrichtung, mit der dieses Laufwerk eine besonders genaue Zeitbasis erhält. Kleinste Zeitfehler schlagen sich nämlich als sogenanner Jitter (eine Art Verzittern der digitalen Impulse) im Ergebnis nieder, hörbar als hartes, bei S-Lauten verzischeltes und weniger räumliches Klangbild. Selbst wenn Rauschen und Verzerrungen, diese klassischen Grössen, sich eindeutig unterhalb der Hörschwelle bewegen, kann das Klangbild als schlecht empfunden werden, nur weil Grund-und Öbertöne nicht richtig zusammenpassen. Das Ohr ist es gewohnt, feinste Zeitunterschiede auszuwerten, um Schallereignisse zu orten.
Wer es auf die absolute Spitze treiben will, steckt einen sogenannten Jitter-Killer dazwischen, ein Kästchen, mit dem der Jitter (=Zeitfehler) im Digitalweg gefiltert oder möglichst beseitigt werden soll.
Die Digitalinformation überträgt man mit einem erstklassigen Digitalkabel (ja, auch hier gibt es hörbar unterschiedliche Ergebnisse) zu einem Digital-Analog-Wandler, dessen einzige Aufgabe es ist, den Strom digitaler Daten in ein Format umzuwandeln, für die das menschliche Ohr empfänglich ist: Analog. Das heisst, wenn ein  Instrument eine Schwingung mit Druck erzeugt, gibt das Gerät eine positive Spannung ab. Diese wird dann von einem Verstärker so weit aufbereitet, dass damit der Lautsprecher gezwungen wird, ebenfalls einen Druck im Raum des Hörers aufzubauen.

Gestern noch benötigte der CD-Player einen Digital-Analog-Wandler und einen Verstärker, um die Lautsprecher anzusteuern, heute gibt es schon eine Auswahl an Digitalverstärkern, die diese Funktion gemeinsam erfüllen. Unter dem bedeutungvollen Namen Millennium M1 brachte die dänische Digitalfirma TacT Audio 1998 den ersten Großserien- Digitalverstärker heraus.
Das Grundprinzip ist vergleichbar mit einem Digital-Analog-Wandler, dessen letzte Stufe mit Leistungstransistoren die Lautsprecher direkt ansteuert. Da das Signal bis kurz vor den Ausgang die digitale Ebene nicht verlässt, bleibt die Qualität voll erhalten. 90 Millionen Schritte pro Sekunde werden in einem patentierten Equibit-Rechenverfahren verlustfrei von der Bitebene der CD auf die Zeitebene umgerechnet, modernste Transistoren schalten dann ultraschnell und ganz cool den Strom zum Lautsprecher an und aus. Die Arbeitsspannung der Leistungsstufe bestimmt die Lautstärke- mit einem Dreh am grossen zentralen Rad stellt man sie ein. Erstaunliches Merkmal wie bei allen Verstärkern mit digitalen Arbeitsweise : auch bei 2x250Watt bleiben die Geräte praktisch kalt. Phänomenale räumliche Abbildung der Musik, bestechende Präzision und absolute Rauschfreiheit erwarten den Hörer, der für dieses Vergnügen schliesslich auch knapp 19 TDM hinlegen muss. Über einen externen Analog- Digital- Wandlerbaustein lassen sich auch nicht-digitale Geräte anschliessen.

In diesem Herbst kommt der Herausforderer von Sharp SM SX 100. Statt grossem zentralen Ringkerntransformator liefert ein aufwendiges kompaktes Schaltnetzteil den Strom. Damit reduziert der Verstärker radikal die Bauhöhe. Mit dem Bitstreamverfahren, wie es bei der neuen SACD (Super-Audio-CD) eingesetzt wird, hat der Sharp rechnerisch dieselbe Genauigkeit wie der TacT. 2,8 Megahertz Arbeitsfrequenz mit einem Bit lassen sich aus allen digitalen Formaten verlustfrei direkt herleiten - ob von DVD, CD oder SACD. Auf der Rückseite findet man für alle digitalen Normen entsprechende Eingangsbuchsen, aber auch Analoggeräte wie z.B. ein Radio können direkt angeschlossen werden. Bei konstanter Versorgungsspannung liegt die Lautstärke verschlüsselt in der Dichte der Impulse, 2 x 175 Watt können abgegeben werden. Das Schaltnetzteil und eine interne digitale Gegenkopplung sorgen für eine völlig entschlackte, kristallklare Wiedergabe, transparent und impulsschnell.Preis um 32 TDM .

Bel Canto Design aus Kalifornien bringt eine reine Endstufe in Digitaltechnologie: EVO 200.2. Ein schwarzer Chip mit Aufdruck Tripath wechselt darin ständig die Arbeitsfrequenz, um Verzerrungen keine Chance zu geben, egal bei welcher Lautstärke. Zwei mal 240 Watt Leistung werden von Hochfrequenztransistoren dann so cool geschaltet, dass daumennagelgrosse Kühlkörper ausreichen, selbst, wenn in einer Disco ordentlich eingeheizt wird... In dem fast vollständig geschlossenem Gehäuse arbeitet ein grosser Ringkerntransformator und eine mit konventionellen Endstufen vergleichbare Anzahl Bauteile. So bewegt sich auch der Preis in greifbaren Regionen (um 6500). Bislang wird ein analoger Vorverstärker dazu angeboten, eine digitale Vorstufe wird entwickelt. Auch hier ist eine sehr transparente Klangtendenz hörbar, bei sehr guter Raumabbildung und Impulsivität.

Drei Vertreter der digitalen Zunft kommen mit verschiedenen Arbeitsprinzipien und erzielen beeindruckende Klangergebnisse. Sie machen führenden Transistorverstärkern  die Poleposition streitig. Es zeichnet sich ab, dass auch in mittleren Preisklassen und mit extremer Kompaktheit Geräte angeboten werden, die mit Perfektion überzeugen, dabei sehr umweltfreundlich sind (keine Abwärme, keine Stromverschwendung). Mehrkanalsysteme, CarHiFi, Aktivlautsprecher, ..... Die Zukunft ist sicher digital !