STAX

Technik

070207

Das elektrostatische System besteht aus einer gespannten Membran (heute bei 1.35 um stark) und beidseitig davon jeweils gelochten Gegenelektroden, die das Musiksignal erhalten, während die Membran mit Hochspannung vorgeladen wird. Außenherum werden dann hauchdünne Schutzfolien gespannt, die das System vor Luftfeuchtigkeit und Schmutz schützen. Zum Ohr hin ist dann ein weiteres Schutzgitter/Schaum, mit dem Haare und Hautschuppen ferngehalten werden. Tipp: Versprödet und zerbröselt der Schaum nach mehr als 10 Jahren, entfernt man ihn zweckmäßigerweise, denn er kann elektrostatisch angezogen die hauchdünne Schutzfolie durchbrechen und Knistereffekte verursachen. Dann hilft nur das paarweise Austauschen der Hörersysteme- denn alle Staxhörer haben selektierte und abgestimmte Systempaare L und R. Die kleinsten Distanz-Unterschiede zwischen den Elektroden führen zu Pegelunterschieden. Selbst bei der präzisen Fertigung wird danach noch eine Messung und Paarung durchgeführt.

Angepasst:
Elektrostatische Kopfhörer benötigen Anpasseinheiten. Es wird sowohl die Polarisierungsspannung zur Zentrierung der Membran zwischen den Gegenelektroden aufgebaut als auch die Spannung zum Antrieb der Membran hochverstärkt.
Heute: Bei allen neuen Modellen wird dieses von einem spezialisierten STAX Verstärker erledigt, in dem 4 Verstärkerzüge in Klasse-A Schaltung beide Kanäle im Brückenbetrieb ansteuern. Diese Direktsteuererung ermöglicht einen Verzicht auf Übertrager, die Folge: größeres Übertragungsspektrum, mehr Dynamik, druckvolleres, differenzierteres Klangbild mit mehr Rauminformation.
Früher: Einfache Modelle der Vergangenheit gewinnen die Hochspannung aus dem Musiksignal mit Übertragern und Kaskadenschaltungen, teurere aus dem separaten Netzanschluss (siehe Schaltbild unten). Es wird sowohl die Polarisierungsspannung zur Zentrierung der Membran zwischen den Gegenelektroden aufgebaut als auch die Spannung zum Antrieb der Membran hochtransformiert. Das Musiksignal kommt aus dem Verstärker - Lautsprecherausgang. Das Zusammenspiel Verstärker-Übertrager bestimmte die Tonqualität. Die Speiseteile haben 8 Ohm und sind für etwa 8 Watt ausgelegt
Die früher erhältlichen Elektretmodelle SR 40, 50, 60 und 80 kommen ohne Polarisationsspannung aus, lesen Sie mehr zum Thema Elektret und Elektrostat.
Der Zusatz SB bedeutet Self-Bias, anstelle der Netzspannung wird das Audiosignal hochkaskadiert zur Polarisierungsspannung. Dabei kann es vorkommen, daß die Polarisierungsspannung nicht sofort den benötigten hohen Pegel liefert. Tipp: Es gehört zu jeder Hörsitzung, daß man anfangs (in vernünftigen Grenzen) den Verstärker mit laufender Musik kurz weiter aufdreht, um die Polarisierungsspannung aufzubauen. Danach spielt der Hörer am SRD6SB /SRD7SB verzerrungsfrei.

Typisches Beispiel für ein Speiseteil: Übertrager vervielfachen die Nutzsignalspannung auf bis etwa 100 V bis max 250V und eine Hochspannungskaskade stellt die Polarisationsspannung her. Im gezeigten Beispiel ist die Polarisationsspannung "professional"  = 560 V, die nicht-"PRO" , also Normal -Versionen arbeiten typisch mit =230 V Polarisationsspannung.
PRO"PRO"-Buchse (Abb. links): Die Kopfhörer der PRO Serie haben eine höhere Polarisationsspannung und eine dünnere Folie, damit ist sowohl der Bass voller als auch der Hochtonbereich differenzierter. Insgesamt ist eine höhere Lautstärke möglich. Alle aktuellen Hörer von Stax arbeiten heute mit dieser "PRO" hohen Polarisationsspannung.
Die Stecker der nicht-PRO Kopfhörer haben einen Mittelstift, der verhindert ein versehentliches Einstecken in eine PRO Buchse, was eine eventuelle Beschädigung des Hörers bei grösserer Lautstärke verhindert (pro hat eine doppelt so hohe normalPolarisationsspannung 560V). "Normal"-Hörer ohne Pro haben im Hörvergleich eine etwas knackigere Wiedergabe bei kleinen Lautstärken, sind aber im Tonumfang (speziell Bass) etwas begrenzter. Nachfolgendes Bild rechts zeigt die "normal" Buchse, in die ohne Gefährdung alle Hörer passen.
Die Zuleitung der Hörer ist typisch 2,50 m lang, der rechte Kanal ist gepunktet, der linke Kanal mit einer durchgezogenen Linie gekennzeichnet.
 

  Links Rechts
Positiv 5 1
Polarisationsspannung 2 (6) 2
Negativ 4 3
Stecker Lötseite; Buchse Steckseite

Bei älteren Speiseteilen mit Netzwahlschalter 220V oder 240 V sollte heute die 240 V Schalterposition gewählt werden. Damit verhindert man, daß die Polarisationsspannung über den gewünschten Wert schädlich hinausgeht und es im Hörer unschöne Nebengeräusche durch Entladung gibt. Mit einem Netzspannungskonstanthalter kann die Sicherheit gesteigert werden.

Die Kabel am Kästchen führen zu den Lautsprecherklemmen des Verstärkers, bei Röhrenverstärkern wählt man die Ausgänge für 8 Ohm. An die Klemmen auf der Rückseite des Kästchens (siehe Bilder) schließt man die Lautsprecherkabel an. Der Umschalter an der Front des Kästchens wählt zwischen Lautsprecher und Kopfhörer.
Die Farben am Kabel (meist auf der Rückseite aufgedruckt) bedeuten :
 

Pol Verstärker Kabel Stax
Links + Rot Weiss
Masse links Schwarz Grün
Rechts + Rot Rot
Masse rechts Schwarz Schwarz

 

Eingänge: die meisten höherwertigen STAX Verstärker haben neben der RCA Cinchbuchse alternativ schaltbare XLR Buchsen mit symmetrischer Beschaltung (ähnlich Studiobetrieb). Beispiele: SRM006T, SRM 007T, SRM 717. Diese Geräte haben 4-fach Potentiometer, sind somit von Eingang bis Ausgang absolut konsequent vollsymmetrisch beschaltet.

SRM Monitor Studioversion mit Diffusfeldentzerrung

STAX SRM T1SRM007tService Ersatzröhren für STAX Röhrenverstärker: Die Röhren halten 8000 - 10000 Betriebsstunden
Originalröhren General Electric selektiert kosten (in 2003) Euro 29.65 pro Stück. Datenblatt
Der Einbau erfordert noch einen zeitaufwendigen Abgleich des Verstärkers bezüglich Offsetspannung und Balance, und Nachgleich nach kurzer Einspielzeit. Dieser Service hat in der Vergangenheit (2003) Euro 117 für die Komplettaktion incl. 2 Röhren und Abgleich zzgl. Versand gekostet.
SRM1  ist der Vorläufer des SRM-313, jedoch mit einer anderen Schaltungstechnik. Tip: Die SRM-1 und SRM-T1-Verstärker sollten heute unbedingt neu abgeglichen werden und die Netzspannung auf 240 V eingestellt werden. Der Wahlstecker ist unter der Bodenplatte versteckt, hinter dem Netztransformator.
SRM-1 oder SRM-313 sind deutlich stärker als SRM-212 oder SRM-202.
 
 


Am Kunstkopf gemessener Frequenzgang Lambda Pro New Design

Ohrpolster zu alten Modellen SR 30/SR40/SR60 sind oft noch lieferbar Paarpreis euro 35+Versand
Die neuen Stax Ohrpolster mit wechselbarer textiler Eilage (ersetzt dauerhafter den bisherigen Schaum) Paarpreis  um euro 49 +Versand (vorbehaltlich Liefermöglichkeit zu alten Modellen, z.B. Gamma ist nicht mehr lieferbar.)
Ohrstöpsel f.SR001 Größen L oder M euro 9.- +Versand

Zum Ohrpolstertausch gehen Sie folgendermaßen vor:
1a. Bevor Sie die alten Polster abziehen, skizzieren Sie sich, wie sie montiert waren, es gibt ein linkes und ein rechtes Polster, der dicke Wulst ist immer unten hinten.
1b. Ziehen Sie von einer Ecke aus das Polster samt Klebefolie ab, Reste der Folie ebenfalls entfernen.
1c. Reinigen Sie die Klebefläche mit Waschbenzin (Feuerzeugbenzin, kein Alkohol, keine Farblösungsmittel!) mittels Lappen oder Küchenpapier.
1d. Entfernen Sie Haare, Schmutz und Reste des alten Staubschutzfilters aus dem Inneren des Hörers, mit Pinzette oder Herausklopfen.
2. Ziehen Sie die braune Schutzfolie von der Klebefolie ab und drücken sie die Klebefolie in Position gleichmäßig zentriert fest an.
3. Drücken Sie das textile Staubschutzgitter in die ovale Öffnung, ohne das Schutzgitter des Systems zu beschädigen.
4a. Ziehen Sie die weiße Schutzfolie ab
4b. Wählen Sie das richtige Ohrpolster (L/R) und setzen es richtig orientiert (oben/unten) mit der Längsseite zuerst auf und drücken es rundum fest an.
4c. Der Kleber benötigt einige Zeit zum Aushärten, drücken Sie nach Tagen wiederholt die Polster fest an.
Der rechte Kanal der Zuleitung ist gepunktet, der linke Kanal mit einer durchgezogenen Linie gekennzeichnet. Nach vorn sind die Hörersysteme breiter, hinten schmaler. Beim Ohrposter weist  die dickste Ecke jeweils zum Hals hinten.

Benennung der Teile außerhalb der Hörersysteme:

Alte Modelle und neue Modell sind im Kopfbügel, Systemhalter, Stiftdurchmesser am Systemhalter, Kopfband in Einzelteilen nicht kompatibel. Es ist jedoch möglich , einen neuen Komplettbügel mit alten Hörersystemen zusammenzubringen, indem aus dem Hörersystem 2 Reduzierhülsen entfernt werden. Danach passen die neuen dicken Zapfen in die alten Öffnungen.
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Bedienungsanleitung für SR-Lambda  und für SRM212
Informationen hier:
FL-electronic / Neuklang Mühlenpfordtstr.5
38106 Braunschweig
Tel.: 0531 / 342155
Fax: 0531 / 344900
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